Prien: Deutlicher Protest gegen Rechts

Instrumentalisierungsversuch der AfD gescheitert.

Am vergangenen Montag scheiterte in Prien der Versuch rechter Akteure, den Jahrestag des tragischen Mordes an einer Afghanin für antimuslimische Hetze zu instrumentalisieren. Einem Häufchen Rechter stellten sich über 200 Menschen entgegen. Der von den Rechten ursprünglich geplante „Schweigemarsch durch die Chiemseegemeinde konnte verhindert werden.
Auf der vom Bündnis „Rechte Instrumentalisierung stoppen“ organisierten Kundgebung sprachen Vertreter*innen von unterschiedlichen Parteien (Grüne, Die.Linke, Mut) sowie Vertreter*innen feministischer und antifaschistischer Gruppen zu den über 200 Gegendemonstrant*innen. Die Reden und Musikbeiträge einte die deutliche Absage gegenüber rassistischem und nationalistischem Gedankengut.
Mit Flugblättern hatte das Bündnis „Rechte Instrumentalisierung stoppen“ die Priener vorab über den rechten Charakter des geplanten Aufmarsches informiert und so verhindert, dass sich Bürger aus Unwissenheit sich dem von zahlreichen AfD-Akteuren beworbenen Marsch anschlossen. Mit der Anmeldung der Gegenkundgebung durch das Bündnis, verzichteten die Rechten schließlich auf einen gößeren Demozug durch den Ort. Aus dem angekündigten Schweigemarsch wurde eine Straßenüberquerung vom Schulhof der Franziska-Hager Schule vor die Fahrradständer des Discounters auf der der gegenüberliegenden Straßenseite.
Die Prienerinnen und Priener machten an diesem Tag jedoch deutlich, dass selbst dieser kurze Weg durch den Ort für die Rechten ein paar Schritte zu weit ist.
Auch wenn eine Gruppe Antifaschist*innen versuchte die Franziska-Hager-Straße zu besetzen – ein Versuch, den die Polizei mit Schlagstöcken und Pfefferspray unterband – verlief die Demo friedlich und konnte ordnungsgemäß durchgeführt und beendet werden. Von Seiten der Demonstrationstrierenden gingen keinerlei Gewalt- oder Straftaten aus, sondern lediglich vereinzelte Verstöße gegen die Platz-Auflagen.

„Alles in allem ziehen wir eine positive Bilanz der Proteste. Die Rechten konnten nicht durch den Dorfkern Priens marschieren. Und auf den wenigen Metern wurde ihnen klar gezeigt, dass sie in Prien unerwünscht sind“

, beurteilte eine Sprecherin des Bündnisses den Protest. Selbst die Polizei stellt in ihrer abschließenden Pressemeldung fest, dass die Gegendemonstration „weitgehend störungsfrei“ verlief.